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Zu unserer großen Verwunderung haben wir festgestellt: wir haben noch keinen einzigen Post dem wunderbaren Prinzessinnengarten am Moritzplatz gewidmet!

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Wer kennt ihn noch nicht? Ok, nur ganz kurz: Der Prinzessinnengarten wurde 2009 auf einer Brachfläche am Moritzplatz in Berlin Kreuzberg gegründet, die damals in Handarbeit und mit Unterstützung vieler Freiwilliger zur Kultivierung als Nutzgarten urbar gemacht wurde. Da die Fläche immer nur für ein Jahr von der Stadt gemietet werden konnte, werden alle Pflanzen in mobilen recycelten Behältern, Säcken und Kisten angebaut. Der Garten vergrößerte sich ständig und hat dem vorher noch wenig grünen Kreuzberg und seinen Besuchern eine grüne Oase und einen Ort des Lernens, der Kultur, und des Austausches geschenkt.

Nun kann man sich streiten ob es sinnvoll ist vier Wochen vor Weihnachten über einen urbanen Garten zu berichten. Aber erstens trägt mich einzig und allein die Vorfreude auf den Beginn der nächsten Gartensaison durch den eisigen Kreuzberger Winter und zweitens: wer hat eigentlich beschlossen, dass man sich nur der warmen Jahreszeit mit den Berliner Gärten auseinandersetzen darf, gerade so, als ob sie sich wenn es zu ungemütlich wird in Luft auflösten. Natürlich, im gemütlichen Gartencafé zwischen schattenspendenden Bäumen kann man nun nicht mehr sitzen, die Küche stellt ihre berühmte Gartenpizza erst wieder im nächsten Jahr her und auch die Jungs aus der Nachbarschaft kickern jetzt wohl irgendwo im Warmen.

So kurz vor dem großen Frost werden die wenigen mehrjährigen Pflanzen auf Fensterbänken untergebracht, es wird Saatgut gelagert bzw. bestellt und Gebäude und Beete winterfest gemacht. Einen vergangenen Winter wurden Teile des Prinzessinnengarten einmal in das Hebbel Theater verlegt und in die Markthalle 9 in Kreuzberg. Allerdings sind solche Projekte in diesem Jahr nicht geplant, da dies auch gar nicht dem saisonalen Charakters eines Gartens entspräche, wie Marco Clausen, Mitbegründer des Gartens betont. Auch wird es nicht wie im vergangenen Jahr einen Wintermarkt geben. Projekte seien immer ein extremer Aufwand für den Garten, welcher sicherlich viel Medienpräsenz aufweisen kann, doch personell und materiell – wie wohl viele NGO’s – immer wieder zu kämpfen hat. Der Winter sei immer ziemlich hart, sagt Marco Clausen, „wir verkaufen fast nichts“.

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Für das kommende Jahr wollen die Prinzessinnengärtner hauptsächlich das festigen, was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde. Der Garten soll durch verschiedene Projekte ein Ort des Lernens bleiben und weitere Flächen von Schulen, Büros oder anderen Berliner Gebäuden sollen nach seinem Konzept begrünt werden. Es ist außerdem eine Küche für Workshops mit Kindern und Jugendlichen in Planung, bei der die Zubereitung von frischen, im Garten geernteten Zutaten erlernt werden kann. Zudem ist eine Fortsetzung des SUPPE-Projektes geplant, das im Oktober diesen Jahres seine Premiere im Projektraum „Oranien 58“ feierte. Die Ideen für andere spannende Projekte entstehen meistens spontan oder werden dem Garten von Künstlern, (Garten-)Aktivisten und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt angetragen.

Zum Glück hat der Prinzessinnengarten ein wunderschön illustriertes Buch veröffentlicht, in dem seine Entstehungsgeschichte und Visionen, aber auch Rezepte und aktuelle Themen der urbanen Landwirtschaft besprochen werden. Und nach dem Durchschmökern ist es dann bestimmt auch bald Frühling und es kann sich mit neuer Motivation ins Gartenjahr gestürzt werden.
Das Buch gibt es übringens auch in unserem Adventskalender zu gewinnen!

PRINZESSINNENGARTEN am Moritzplatz

Prinzenstrasse 35 – 38 / Prinzesinnenstrasse 15
U-Bahn Moritzplatz

http://www.prinzessinnengarten.net
Email: kontakt@prinzessinnengarten.net
Prinzessinnengarten bei Facebook: https://www.facebook.com/pages/Prinzessinnengarten/472584390102
All photos courtesy of the Prinzessinnengarten website (Marco Clausen / Normadisch Grün)